Vom Versuch das Archäologiemuseum Graz zu finden

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Heute war Tag der offenen Tür im Archäologiemuseum Graz. Ich hatte es ja bereits angekündigt

Ich machte mich also am Nachmittag auf den Weg, nachdem ich noch etwas in Bahnhofsnähe zu erledigen hatte. Mir fiel nicht mehr ein, mit welcher Straßenbahnlinie ich zum Besuch beim Restaurator gefahren bin. Macht ja nichts. Ich hab ja ein Smartphone. Kurz die Seite vom Archäologiemuseum aufgerufen. Da gibt es auch einen Menupunkt ‚Anfahrt‘ – aber – oh weh! Das steht nichts von Straßenbahn. Es gibt einen Plan zum Herunterladen. Da steht allerdings „Schloß Eggender“ drauf, aber der ist auch nur für Autofahrer… Und dann gibt es noch einen Link zum Onlinefahrplan der Verkehrsbetriebe. Immerhin ist hier die Adresse vom Archäologiemuseum voreingestellt. Na dann! Die Linie 1 fährt hin; Haltestelle ‚Schloß Eggenberg‘. Und dann?

Ich steige aus. Frage einen netten Herrn. Er weiß, wo es lang geht, denn er hat gerade selber gefragt. Nun denn! Wir stapfen los. Der Wind ist eisig. Kleine Eiskristalle werden uns ins Gesicht gepeitscht. An der Straßenecke steht ein großes Schild ‚Schloß Eggenberg‘ nach rechts. Aha! Aber wo gehts zum Archäologiemuseum? Wir stapfen in der Eiseskälte die Straße hinunter an der Parkmauer vom Schloßpark entlang. Da endlich: Ein Tor. Dort gibt es ein Pförtnerhäuschen. Wir fragen nach dem Archäologiemuseum. „Waren Sie schon mal hier?“ „Nein!“ Der nette Mann gibt uns einen Plan und erklärt uns, wie wir gehen müssen. „Folgen Sie einfach dem Herrn!“

Auf dem Plan sieht es so aus, als ob wir im Schloßpark zur Straßenbahnhaltestelle zurücklaufen. Der nette Mann fragt vorsichtshalber, ob es noch einen weiteren Eingang gibt. Dies wird verneint. Wir stapfen den Weg zum Schloß. Ein junger Mann schließt sich uns an. Der Weg ist zwar gestreut, aber eisig und gefährlich glatt. Wir rutschen dahin. Der Sturm zerschmettert der Frau den Schirm. Die Eiskristalle peitschen uns ungebremst ins Gesicht und tun richtig weh. Die Bäume heulen im Sturm. Endlich am Schloß! Wohin jetzt? Der Mann, der vor uns ging bleibt stehen und schaut in seinen Plan. Er überlegt. Es gibt Aufstellet, die weisen geradeaus, d.h. das Schloß links liegen lassen und gerade weiter gehen. Da gibt es einen kleinen Weg. Wir vier stapfen ihn entlang. Da kommt ein Schild ‚zum Kinderspielplatz‘. Hmmm! Da steht nichts von Archäologiemuseum. Was jetzt? Der junge Mann bremst abrupt. „Hier ist es falsch“. Er deutet auf den Weg voller Schnee, aber ohne Fußspuren. Hier ist noch keiner lang gegangen. Wieder zurück. Die junge Frau meint, wäre sie jetzt alleine würde sie zurück gehen. Wir sehen rechts neben dem Schloß ein weiteres Schild und beschließen noch bis dahin zu gehen. ‚Zum Archäologiemuseum‘. Na endlich. Die Frau sagt „Wir müssen ja auch noch zurück“. Stimmt! Wir vier gehen weiter und sehen große Buchstaben an einer Wand ‚Archäologiemuseum‘. Wir sind kurz davor! Aber wo ist der Eingang?

Links ist ein Tor. Wir gehen durch in einen kleinen Park. Das Gebäude vom Museum ist zum Greifen nah, aber kein Eingang in Sicht. Drinnen ist Licht, aber wo geht es hinein? Wir gehen den geräumten Weg weiter. Es ist rutschig. Jeder Meter, den man zu viel gehen muss, nervt. Wir vier sind ratlos. Wir stehen vor dem alten Gärntnerhaus. Das kenne ich. Da war ich schon mal. Aber wo ist der Eingang. Wir schimpfen: „Touristennepp!“ Wir haben alle keinen Bock mehr, weiter zu gehen. Der nette Mann von der Haltestelle, meint „vielleicht da, wo die Buchstaben sind.“ Wir gehen zurück zum Tor und dann nach links. Vielleicht ist da der Eingang. Der Weg macht eine Kurve . Tatsächlich da ist die Eingangstür. Plötzlich rutscht der nette Mann aus und knallt der Länge nach auf den Weg. Ihm ist nichts passiert, aber er ist ganz nass.

Am Eingang steht ein Mann und hält uns die Tür auf. „Endlich haben wir Sie gefunden!“ „War es schwierig?'“ „Sehr schwierig!“ Ich sage: „Gut, dass Sie Archäologie betreiben. Dann wissen Sie ja etwas mit den Skeletten anzufangen, die Sie demnächst im Schloßpark finden…“

Nun gut! Wir sind da! Drinnen ist es warm und trocken. Es gibt eine Minigarderobe, die überquillt. Auf so viele Besucher ist man anscheinend nicht eingestellt. Ich frage nach dem Vortragsraum und beschließe mich erst einmal hin zu setzen und in Ruhe den Vortrag zu genießen. Pustekuchen! Es ist ein kleiner Raum und es gibt nur Stehplätze. Ach nö! Eine ältere Dame hat sich einen der vier (!) Stühle geholt, die im Vorraum standen. Es soll ja Leute geben, die nicht so gut zu Fuß sind – oder nicht lange stehen können…

Liebes Archäologiemuseum: Heute waren mindestens vier Leute zum allerersten Mal zu Besuch! Und die vier hatten sehr sehr große Schwierigkeiten überhaupt hin zu finden.

Hier meine Tipps:

  • Vermerkt überall, dass das Archäologiemuseum im Schlosspark liegt.
  • Schreibt dazu, wie lange die Wegstrecke ist. Es gibt Leute, die sich mit dem Gehen schwer tun. Die brauchen solche Angaben.
  • Schreibt auf der Internetseite, welche Straßenbahn und welche Haltestelle geeignet sind.
  • Fügt noch einen Plan zum Herunterladen hinzu, wie man von der Haltestelle zum Schlossparkeingang kommt.
  • Stellt den Plan vom Schlosspark online.
  • Stellt noch ein oder zwei Schilder auf. Ohne die Hinweisschilder ‚Tag der offenen Tür“ wären wir noch mehr verloren gewesen
  • Seid nett zu Euren Erstbesuchern! Lieber einen Hinweis zu viel, als einen zu wenig
  • Denkt auch an Touristen, die sich überhaupt nicht in Graz auskennen
  • Stellt Stühle in den Vortragsraum. Es gibt Leute, die nicht lange Stehen können.

Übrigens ist das Archäologiemuseum sehr schön. Ich muss da unbedingt noch mal hin. In Ruhe. Und dann genieße ich auch den Weg durch den Schlosspark und die wunderschönen Ausstellungsstücke. Besonders der Schmuck hat es mir persönlich angetan. Ich komme wieder! Jetzt weiß ich ja auch, wie man hinkommt…

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