Bergfest

Der heutige Impuls beim Projekt ’28 Tage Content‘ ist eine kleine Rückschau, weil die Hälfte der Zeit bereits abgelaufen ist.

Mein Ziel war, meine Schreibblockade zu beenden. Das ist mir definitiv gelungen. Ich habe jeden Tag einen Blogpost veröffentlicht. Meistens zu dem Impuls, aber auch mal ein anderes Thema. Ich hab nicht gewusst, wie sehr ich das Schreiben vermisst habe. Bei dem Projekt hatte ich mich angemeldet, weil ich ein paar Buchideen im Kopf habe. Ja, durchaus auch kommerziell, weil meine Altersvorsorge komplett ausgefallen ist und ich gleichzeitig aufgrund meiner Erkrankung meine bisherige Arbeit nicht mehr machen kann. Also muss etwas Neues her. Auch etwas, was ich mit meinen Einschränkungen machen kann. Schreiben geht eigentlich immer, wenn ich da an Stephen Hawking denke. Keine Ausrede. Ideen für Bücher habe ich auch. Aber warum habe ich es dann nicht gemacht?

Die Technik ist auch kein Problem. Gleich drei Blogs stehen mir zur Verfügung, auch wenn sie alle etwas verrostet sind und nicht regelmäßig bespielt werden. Selbst einen neuen einzurichten, wäre nicht wirklich ein Hindernis. Eine neue Website habe ich in den letzten Wochen zusätzlich erhalten. Dort wird es natürlich ebenfalls einen Blog geben.

Zeit ist auch da. Meine Arzttermine und Therapietermine sind weniger geworden. In Hochzeiten hatte ich drei Arzttermine und sieben Therapietermine in einem Monat. Zusätzlich jede Menge ‚Hausaufgaben‘. Und nach vielen Anwendungen ist man einfach müde und platt. Ich sag nur Aquagymnastik und Lymphdrainage. Danach bin ich streichfähig. Hätte ich mich trotzdem hinsetzen und schreiben können? Vielleicht.

Was mir auch zu schaffen macht, ist brainfog und fatigue aufgrund von Medikamenten und Nebenwirkungen. Eine Frage an das Projekt war auch, ob ich in meinem Alltag eine Schreibroutine finden kann. Ein Zeitfenster, indem ich regelmäßig schreiben könnte. Es müssen ja keine Stunden sein. Zwanzig Minuten täglich würden mich auch schon sehr weiter bringen. Ich habe in den letzten beiden Jahren viel Zeit vor dem Computer verbracht, aber eben nicht konstruktiv. Hier noch einen Newsletter gelesen, da noch ein Video geguckt. Hier gescrollt, da geklickt. Schwupps war die Zeit vorbei. Nachmittags bin ich oft sehr müde und kann kaum etwas schaffen.

In der Theorie würde ja auch ein Satz pro Tag reichen. Dann dauert das Buchprojekt zwar, aber ohne einen einzigen Buchstaben zu schreiben, kommt es nie. Ich war wirklich total blockiert.

Und dann kam das Projekt: 28 Tage Content. Schon im ersten Videomeeting bekam ich von den Teilnehmerinnen so wichtige Impulse. Natürlich hätte ich diese, wie so viele andere Anregungen vorher, lesen und nicht umsetzen können. Aber hier saß ich nicht mehr alleine auf der Couch am handy oder an der Tastatur vor dem Bildschirm. Hier waren jetzt andere Menschen. Die auch alle etwas zum Thema Schreiben lernen und erfahren wollten. Jede Teilnehmerin hat ihr eigenes Thema, aber wir sind doch alle vereint in einer Sache: Schreiben.

Die Idee, dass Menschen wichtig sein könnten, hatte ich schon seit ein paar Monaten. Ich habe dann auch eine Geburtstagsparty gefeiert und mich mit Menschen umgeben. Ich versuche, jede Woche Freunde und Bekannte anzusprechen und mich mit ihnen zu treffen. Das ist schön und gibt mir Mut. Ich fühle die Unterstützung und den guten Willen, aber zum Schreiben hat es nicht gereicht. Erst die Worte anderer Teilnehmerinnen haben mir klar gemacht, warum ich blockiert war. Diese Erkenntnis ist Gold wert. Ich schreibe wieder. Und es macht mir keine Mühe. Die Finger fliegen über die Tastatur. Das ist einiges was raus will.

Aber ich habe gelernt, ich darf mir damit noch Zeit lassen. Solange ich noch mittendrin stecke in einer der Geschichten, die ich erzählen möchte, kann ich nicht darüber schreiben. Somit fallen zwei der drei Buchideen im Moment unter den Tisch. Aber die dritte, die bleibt. Wird es einfach? Sicher nicht. Im Moment bin ich beflügelt und getragen von dem Projekt, der Projektleiterin und den Teilnehmerinnen. Danach bin ich wieder allein. Oder doch nicht?

Hier entstehen Verbindungen. Alte werden wieder aufgenommen. Neue bilden sich. Ich erhalte Kommentare auf meinem Blog, greife Artikel von anderen auf und knüpfe auf meinem an das Thema an. Wir lesen uns.

Das alles macht mir Mut und ich kann sagen: Bei dem Projekt mitzumachen ist bereits eine der besten Ideen in 2026.

6 Gedanken zu „Bergfest“

  1. Liebe Mo,
    es ist so cool, Dich schreiben zu lesen! Sowohl sprachlich und inhaltlich als auch mit dem (kleinen) Einblick in deine Lebenssituation. Stark.
    Ich freu mich sehr drauf, mehr zu lesen, die Verbindung und den Austausch weiter zu pflegen und ganz vielleicht hab ich Dich für meine Urlaubsplanung schon im Hinterkopf :))
    Definitiv richtig gute Idee mit den #28TagenContent, für mich auch.
    Liebe Grüße, Mel

    1. Ich danke Dir für Deine Worte und hoffe auch sehr, dass wir in Verbindung bleiben.

      Und natürlich wäre es sehr cool, Dich in Tallinn zu treffen.

  2. Deine Worte berühren mich sehr. Danke fürs Teilen deines Erlebens.
    Jetzt bin ich sehr neugierig wohin dich diese Schreibreise führt.
    Kennengelernt habe ich dich als Nomadin und mir scheint, das bist du immer noch … (bremst sich und lässt die Metapher mal wirken)

    Kometenhafte Grüße
    Stephanie

  3. Liebe Monika, ich lese es jetzt zum zweiten Mal und ich kann gar nicht so viel dazu sagen… Danke. Mich berührt das sehr, weil ich ja tatsächlich mit dieser Idee gestartet bin. Mit der Gemeinschaft, der gegenseitigen Motivation und vor allem dem „regelmäßigen“ Schreiben. Es einfach mal machen für diese 4 Wochen und sich selbst staunend dabei zuschauen, was alles hochkommt. Danke, dass du das für dich in Worte fasst und mit uns teilst. Ich freue mich wirklich über jeden deiner Texte. Finde es sehr ansprechend, wie du erzählst – auch sprachlich. Also ich finde, wir haben das gut hingekriegt, uns auf diesem Weg hier zu treffen. Und ich glaub nicht, dass das im März einfach vorbeigeht 😉

    Danke. Für mich ist das hier sehr wertvoll.

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