Wie lebe ich?


Auf twitter habe ich neulich Beispiele gelesen, was einzelne Mitmenschen so tun, um sich halbwegs umweltfreundlich zu verhalten. Oder man soll seinen Co2-Fußabdruck messen. Nun denn.

Was tue ich?

Fangen wir mit dem Badezimmer an. Ich nutze zum Duschen ein Seifenstück und wasche mir die Haare nur mit Wasser. Kein Shampoo, keine Spülung. Einmal im Monat verwende ich Gasshoul. Die Zahncreme ist in einer Metalltube; allerdings mit Plastikschraubverschluss. Die Zahnbürste ist elektrisch. Ich habe im Moment eine Plastikhaarbürste, weil ich die Holzbürsten, die ich bisher benutzt habe, nicht wirklich sauber bekomme. (Falls da jemand einen Tipp hat…)

Ich nutze keinerlei Make Up. Meine Tagescreme ist in einer Metalltube und das Deo im Glas mit Schraubverschluss. Die Zahnseide ist leider noch im Plastikdöschen. Eine Nachfüllrolle wird leider nicht angeboten. Ich habe beim Hersteller angefragt. Die Interdentalbürsten sind auch aus Plastik und kommen in der Plastiktüte. 

Ich besitze zwei verschiedene Parfüms, die ich abwechselnd nutze. 

Essen

Wenn es geht, kaufen wir immer die Biovariante. Im Restaurant versuchen wir FastFood zu vermeiden. Wir gehen grundsätzlich nicht zu McDonalds, Burgerking oder KFC usw. Wir haben einige Jahre vegan gelebt und sind jetzt flexitarisch unterwegs, wobei ein Stück Fleisch einfach keine Option mehr ist. Aber wenn mal irgendwo Schinken dran ist, dann wird der mitgegessen.

Kleidung

Hier würde ich am Liebsten komplett nur bei Hessnatur oder ähnlichen Naturbekleidungsherstellern einkaufen. Auf jeden Fall ist die Anzahl der Kleidungsstücke begrenzt. Wenn eine Jeans kaputt geht, wird eine neue gekauft. Umgekehrt muss eine Jacke weg, wenn eine neue kommt. Die muss nicht unbedingt neu gekauft sein, second-hand geht auch. Zum Beispiel aus dem Charity Shop.

Schuhe

Ich besitze nur wenige Paare. Nur wenige Marken. Meine Schuhe trage ich ca, zehn Jahre und bei Trippen kann ich sie danach überarbeiten lassen für etwa 50 Euro und kann sie dann weiter tragen. Auch hier gilt schon seit Jahren das Prinzip, dass wenn ein neues Paar kommt, muss ein anderes gehen.

Einkaufen

Wenn es irgendwie geht, dann auf Wochenmärkten oder ab Hof. Bei Aldi, Lidl und Co. war ich schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Ein Biosiegel muss nicht unbedingt sein, aber ich frage gerne nach, wie etwas entstanden ist. Produkte von Nestle versuchen wir zu vermeiden, was nicht ganz einfach ist, weil zu dem Konzern ganz schön viele Marken und Produkte gehören. Ich habe eine Liste auf dem Smartphone, die ich im Supermarkt oder Laden zur Rate ziehen kann. 

Sonstiges

Wir kaufen ab und zu etwas für die Küche, weil es in Ferienwohnungen oftmals nicht genug zum richtigen Kochen gibt. Gewürze haben wir von Sonnentor in nachfüllbaren Metalldosen. Kochlöffel und Küchenfreund sind aus Holz. Die Pfanne, die mitreist, ist handgeschmiedet und aus Eisen. Der Kaffee kommt aus der italienischen Metallkanne. Eine Mikrowelle habe ich noch nie benutzt. 

Deko oder Souvenirs kaufen wir gar nicht. Geschenke zu Weihnachten, Feiertagen oder Geburtstagen haben wir schon seit Jahren abgeschafft. Wir trinken Wasser aus der Leitung wenn es geht und nutzen Porzellankaffeebecher für einen Coffee to go. 

Zum Wäsche waschen nutze ich Waschnüsse, kein Weichspüler und ich trockne sie auf der Leine. Die meisten Sachen von uns dürfen sowieso nicht in den Wäschetrockner. 

Büromaterial verbrauchen wir kaum, weil wir fast ein papierloses Büro haben. Ansonsten verwende ich Briefumschläge mehrmals und ich benutze einen Tinten-Füller. 

Ich kaufe auch gerne in Charity Shops oder Second Hand Läden. Und ich verschenke Sachen, die wir nicht mehr nutzen können oder für die wir keinen Platz haben. Ich werfe ungern etwas in den Müll, was noch benutzt werden kann.

Was gibt es zu verbessern?

Es gibt noch einige Dinge, die wir gerne verändern würden, die zum Beispiel aus Plastik sind. Da könnten wir uns mal bemühen, Ersatz aus anderen Materialien zu beschaffen. Zum Beispiel Zahnseide. Die ist in einem Plastikdöschen verpackt und es gab mal Nachfüllrollen. Ich habe den Hersteller gefragt, aber Nachfüllrollen sind nicht mehr vorgesehen. Aus Bequemlichkeit kaufe ich jetzt immer eine neue Dose aus Plastik. Hier könnten wir wirklich mal was neues Suchen. 

Oder, falls im Restaurant mal wieder zu viel auf dem Teller liegt und wir darum bitten, es uns einzupacken, könnten wir in Zukunft, eine Dose mitnehmen. Wir gehen ja auch mit Leinenbeuteln und Einkaufstaschen in die Geschäfte. Einen Einkaufskorb haben wir leider nicht mehr.

Meine Sonnenbrille ist auch nicht nachhaltig. Ich bin erst darauf gekommen, als ich einen Artikel las über Sonnenbrillen aus Holz, Bambus oder recyceltem Material.

Ganz schlimm

Wir fahren Diesel. Wir denken oft darüber nach, aber wir haben noch keine Idee, wie wir unserer Arbeit nachgehen können ohne eigenes Auto. Eine Zugfahrt kommt deswegen schon nicht in Frage, weil wir so viel Equipment transportieren. Dafür gäbe es keinen Platz im Zugabteil und beim Umsteigen könnten wir die vielen Dinge wahrscheinlich nicht schnell genug von Gleis zu Gleis tragen. Eventuell müssten wir die Strecke mehrfach bewältigen. Zumindest müssen wir das immer, wenn wir irgendwo ankommen.

Weiterhin ist der Anteil der Öffentlichen Verkehrsmittel auf dem Land ein riesiges Problem. Frequenzen und Streckenabdeckung sind sehr oft sehr anstrengend. ÖPNV kommt deswegen leider kaum infrage.

Hierfür haben wir noch keine Lösung.