Foursquare für Kulturinstitutionen

Foursquare

Gestern fragte Tanja Praske über twitter, ob foursquare überhaupt etwas für Kulturinstitutionen sei. Daraufhin entspann sich ein kurzer twitter-Dialog.

Das nehme ich zum Anlass hier mal aufzuzeigen, warum der Einsatz von foursquare auch bei Kulturinstitutionen sinnvoll ist.

Was ist Foursquare?

Foursquare ist ein sogenannter Location Based Service, das bedeutet, dass dafür eine GPS-Ortung zum Einsatz kommt. Der Nutzer von foursquare ist an einem Ort, lässt seinen Standort feststellen und kann dann die verschiedenen Möglichkeiten der App Foursquare nutzen. Bis vor Kurzem war das das Einchecken. Ähnlich wie bei einem Hotel oder Flug hat man bekanntgegeben “Hier bin ich!” Alle, die mit einem über die App verbunden waren konnten sehen, wo man sich befindet. Auch – und das ist das positive daran – der “Ort” selber. Mit Ort meine ich ein Restaurant, ein Unternehmen, ein Verein oder eben auch ein Museum, eine Galerie oder ein Kunsthaus. Damit man die Daten einsehen kann, wer sich gerade bei einem befindet, muss man sich als Besitzer zu erkennen geben. Das ist mit wenigen Klicks erledigt und kostet 20 Dollar.

Swarm

Dieses Einchecken findet jetzt nicht mehr bei foursquare statt sondern es ist ausgelagert worden in die neue App “Swarm”. Hier kann man nun seinen “Freunden” zeigen, wo man sich gerade befindet und mit ihnen verabreden.

Foursquare dient ab sofort nur noch zum Entdecken. Wenn ich in einer fremden Stadt bin, kann ich mich orten lassen und mir über foursquare anzeigen lassen, was sich interessantes in meiner Nähe befindet. Weiterhin kann der Besitzer eines Ortes sogenannte “Specials” anbieten. Derjenige, der dann dort eincheckt, bekommt etwas dafür: ein kleines Geschenk, einen Rabatt oder eine Dienstleistung.

Bewertungen

In letzter Zeit haben viele foursquare Nutzer die “Hinterlasse einen Tipp”-Funktion dafür benutzt, nicht nur einen Tipp zu geben sondern auch Kritik zu verfassen; ähnlich einer Bewertung. Foursquare nutzt dies inzwischen auch aktiv. Momentan werden die Nutzer  aufgefordert, falls sie Zeit haben, kurz einige Fragen zu den Orten zu beantworten, z. B. ob Kreditkarten akzeptiert werden oder, ob der Ort kinderfreundlich ist usw. Diese Kurzbewertungen sind wirklich schnell erledigt, aber foursquare bekommt gute Daten über die Orte und wird diese Information sicher in Zukunft sehr gut zu nutzen wissen.

Was hat ein Museum davon?

Ähnlich wie ein Restaurant oder ein Ladengeschäft sind auch Kulturinstitutionen auf Besucher angewiesen, die vorbei kommen, die Dienste nutzen oder Produkte kaufen. Alle möchten Kunden bzw. Besucher anziehen. Es gibt mehrere Möglichkeiten für eine Kulturinstitution, sowohl aktiv als auch passiv.

Passiv

Wenn jemand aus meinem “Freundeskreis” bei Swarm eincheckt, bekommen die Freunde, wenn sie die Pushnotifikation eingestellt habe, eine Nachricht auf ihr smartphone: z. B “Achim hat im Museum im Palais eingecheckt”. Nun kann man dieses Einchecken kommentieren oder liken. Sie könnten z. B. Fragen, in welche Ausstellung er geht und ob sie ihm gefallen hat.

Was hat das Museum davon?

Obwohl das Museum nicht aktiv involviert ist, weil die foursquare Nutzer auch agieren können – und es auch tun – wenn ein Unternehmen oder eine Institution sich nicht als Besitzer gemeldet hat, hat der “Ort” doch Vorteile: Die Nutzer machen quasi Werbung, weil sie kundtun, dass sie jetz da sind: “Ich bin im Museum!” Da jeder Nutzer jederzeit Orte anlegen kann, könnte man auch einzelne Ausstellungen als Orte definieren. Andere Nutzer können das sehen und sich daraufhin vielleicht für diesen Ort interessieren. Wo ist der Achim gerade? Was ist das? Was machst der da? Aha! Interessant! Sollte ich auch mal hingehen.

Gefunden werden durch ‘Erkunden’

Wenn ich in einer fremden Stadt bin, kann ich mir anzeigen lassen, was um mich herum ist. Und so werde ich auch auf Kulturinstitutionen aufmerksam gemacht, die in der Nähe sind und komme vielleicht auf die Idee, ins Museum zu gehen.

Aktive Nutzung

Schon allein, damit diese passive Nutzung funktioniert, sollten die Daten beim Ort immer aktuell gehalten werden. Der Besitzer hat die Möglichkeit, den Ort zu beschreiben und zum Beispiel Öffnungszeiten anzugeben oder auf die laufende Ausstellung hinzuweisen. Weiterhin gibt es natürlich die Möglichkeit ein Special anzubieten. Beim ersten Check In gibt es den Audioguide gratis. Oder beim zehnten Check In gibt es fünf Prozent Rabatt im Museumsshop. Usw.

Eine andere aktive Nutzung ist es, die Tipps von Besuchern mit einem ‘Like’ zu versehen. Die Bewertungen, Tipps oder Kritiken sollte man im Auge behalten. Für positive Bewertungen und konstruktive Kritik kann man sich ruhig bedanken, indem man den Eintrag liked. Auf negative Kritik kann man zwar nicht antworten, aber es ist auf jeden Fall ein Hinweis, einmal zu schauen, ob die Kritik berechtigt ist. Wenn man seine Besucher auffordert, sich auf foursquare zu betätigen, z. B. mit einem Aufkleber an der Tür oder durch das Anbieten eines Specials, so hat man vielleicht mehr positive Beiträge, die dann den negativen Eintrag relativieren.

Die sind nur die einfachen Nutzungen. Es gibt noch viel ausgefeiltere Maßnahmen. Für den Anfang sollten diese Grundmaßnahmen ausreichen.

Fazit

Auf jeden Fall sollten die einzelnen Kulturinstitutionen einmal nachschauen, ob sie schon auf foursquare sind und was dort so alles eingetragen ist… Vielleicht ist ja was interessantes dabei…

Und foursquare und Swarm im Auge behalten, weil beide gerade im Umbruch sind. Das könnte noch spannend werden.

Wie nutzt Ihr foursquare und welche Erfahrungen habt Ihr?

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