Vorschlag: Abseits der Tourismuspfade

Bei einer Karibik-Kreuzfahrt sind wir auch in der Dominikanischen Republik gelandet. Wir wollten unbedingt Zigarren kaufen und hatten an der Info gefragt, ob sie uns etwas empfehlen können. Wir hatten also eine Adresse und sind losgestapft. Zwei deutlich erkennbare Touristinnen. Aus dem Hafengebiet raus. Aus der Zivilisation raus. Kaum geteerte Straßen, viel Müll, alles etwas düster. Wir haben uns schon etwas unwohl gefühlt. Wir waren die einzigen Touristen vom Schiff. Weit und breit niemand. Aber weiter. Hin zu der Adresse. Einheimische beäugen uns. Wir finden den Laden.

Wir werden sehr freundlich willkommen geheißen. Erhalten direkt eine sehr gute Zigarre in einer Art Vorraum oder Lounge. Dahinter der Raum klimatisierte Raum mit den Zigarren. Die halbe Nachbarschaft, darunter viele Kinder kommt und presst sich die Nasen an dem Schaufenster platt. Einige kommen in den Vorraum. Der Besitzer oder Verkäufer spricht sehr gutes Englisch und erklärt uns alles. Eine Frau dreht an einem kleinen Tisch Zigarren. Wir fragen viel nach und machen viele Fotos. Ich darf auch eine Zigarre drehen. Die Frau lässt mich an ihrem Tisch sitzen und erklärt mir alles. Noch mehr Fotos werden gemacht. Noch mehr Leute kommen in den Laden. Die Kunde von den Touristinnen hat sich wohl schnell verbreitet.

Dann gehen wir in den begehbaren Humidor und suchen aus und kaufen. Eine Kiste davon. Eine davon. Ein paar hiervon. Wunderbar. Wir gehen wieder zurück in den Laden – mit den ganzen Einheimischen – und zahlen. Und dann meint der Verkäufer, ob wir den Kauf nicht feiern wollen mit Mary-Joanna, so klang es zumindest. Und wir haben uns angesehen und die große Flasche in der Ecke voller Blätter und Kräuter, die der Verkäufer hervorgeholt hat. Er füllt Becher. Und wir denken: Okay, das wars. Wir werden jetzt betäubt. Dann klauen sie unsere teure Kameraausrüstung uns unser Geld. Und das Schiff fährt ohne uns ab… Eine Aneinanderreihung von Schreckensszenarien. Puh! Wir können aber auch nicht ablehnen. Das wäre sich unhöflich und suspekt.

Also trinken wir. Und lachen. Es schmeckt ganz gut. Wir verlassen den Laden. Die Einheimischen gehen ein Stück mit die Straße hinunter. Wir fühlen nichts. Wir gehen in Richtung Hafen. Die Einheimischen bleiben zurück. Wir fühlen immer noch nichts. Da ist Schiff. Wir gehen an Bord.

Später finden wir im Bordladen im Regal ein paar Flaschen eines lokal typischen Getränks: Es heißt Mama Juana.

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