Meine Gefühle gegenüber Touri-Hotspots sind gespalten. Einerseits mussten wir sehr viele davon beruflich aufsuchen und man möchte ja auch gewisse Dinge einmal im Leben sehen, aber andererseits sind sie halt meistens völlig überlaufen. Ich bin da wirklich hin- und hergerissen.
Wir versuchen die einschlägigen Sehenswürdigkeiten nicht gerade in der Hauptsaison und nicht gerade zu den üblichen Zeiten aufzusuchen. Das gelingt natürlich nicht immer. Aber meistens sind dann weniger Leute vor Ort und man kann auch wirklich etwas sehen. Beruflich wurde für uns alleine oft eine Sehenswürdigkeit geöffent. Oder wir bekamen eine Führung ohne weitere Personen, damit wir in Ruhe Fotos machen konnten ohne andere Menschen mit im Bild zu haben.
Mit Touri-Hotspots kommt oft auch der Touri-Nepp. Öfter in meinem Leben habe ich bessere Restaurants in zweiter oder dritter Reihe gefunden. Oder ich bin dahin gegangen, wo die Einheimischen hingehen. Das ist meist authentischer und billiger. Wenn Keiler vor einem Restaurant stehen, gehen wir gar nicht mehr dorthin. Dafür sind wir zu oft reingefallen. Nur in Frankreich haben wir direkt an der Arena in Arles mit Blick auf dieselbe hervorragend speisen können. Sonst sind es oft Abfütterungsstationen für Touristen, die meist auch gar nichts einheimisches anbieten oder wenn, dann nur einen Abklatsch.
Was mich auch nervt, sind die vielen Händler, die versuchen, einem irgendwas anzudrehen, was wahrscheinlich auch nicht aus dem Land kommt sondern aus China, aber die einfach keine Ruhe geben, selbst, wenn man abwehrt und nein sagt. Natürlich muss man auch an Taschendiebe denken, wenn man sich in den Menschenmassen bewegt. Dafür habe ich mir seinerzeit extra eine Handykette zugelegt.
Viele gehypte Touri-Hotspots finde ich tatsächlich auch überbewertet. Wir haben schon oft erlebt, dass direkt daneben, kaum beachtet, ein wunderschönes Kleinod wartete. Grundsätzlich mag ich lieber die leisen kleinen feinen Entdeckungen als die großen lauten schreierischen Sehenswürdigkeiten. Heutzutage machen es einem ja auch die Insta-Influencer noch schwerer, weil jeder das eine – schon tausendmal gepostete – Bild auch noch selber machen muss. Da kommt bei mir keine Urlaubsstimmung auf. Dann verzichte ich lieber. Ich muss auch nicht alles gesehen haben. Es gibt ein paar Dinge auf meiner Bucketlist und vielleicht klappt es auch noch. Bei ein paar der aufgelisteten Orte habe ich mir auch schon sagen lassen, dass ich mir davon zu viel verspreche. Mal sehen, was am Ende davon umgesetzt und besucht wird.