Aufgrund einiger Ereignisse in den letzten zwei Jahren, kann ich leider beruflich nicht mehr das machen, was ich davor gemacht habe. Deswegen versuche ich zur Zeit, herauszufinden, was ich tun könnte und möchte.
Ich habe ja hier schon mal geschrieben, wie meine berufliche Laufbahn so war. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich an eine Szene mit einer damaligen Freundin.
Ich war 30 und wir sprachen über Beruf und Karriere. Sie mochte meine bisherigen Tätigkeiten nicht so gerne. Wir diskutierten und redeten viel aneinander vorbei. Jede fühlte sich unverstanden. Irgendwann wollte sie das Gespräch beenden und meinte: „Du bist jetzt 30. Du musst Dich jetzt entscheiden, was Du beruflich machen willst!“
Und ich erinnere mich sehr genau, dass ich kurz nachdachte und ihr antwortete: „Weißt Du; eigentlich möchte ich alle zwei Jahre etwas Neues machen.“
Damit hatte sie nicht gerechnet. Das war es nicht, was sie hören wollte.
Ich bin dann meinen Weg gegangen. Vielleicht habe ich nicht alle zwei Jahre etwas Neues angefangen. Aber ich habe vieles gemacht. Angetrieben hat mich immer die Neugier. Meine Aufgaben wurden mir sehr schnell langweilig. Deswegen habe ich oft ziemlich spontan Angebote angenommen.
Jahre später sollte ich erst erfahren, dass das, was ich da als Berufswunsch geäußert habe, einen Namen hat: Scanner. Scannerpersönlichkeiten arbeiten sich sehr gerne tief in Materien ein und dann, wenn sie viel Wissen erlangt haben, sind sie gelangweilt und suchen sich etwas anderes. Ich habe oft gedacht, ich bin falsch, weil ich kein herausragendes Talent oder einen einzigen Traumberufswunsch hatte. Daher war es für mich sehr erleichternd zu erfahren, dass es normal ist, was ich wünsche. Und das das einen Namen hat, was ich empfinde.
Eventuell liegt es ja gar nicht an den Lebensereignissen sondern die Zeit war mal wieder reif für was Neues…
Wer übrigens mehr über Scanner erfahren möchte, dem kann ich das Buch „Du musst Dich nicht entscheiden, wenn Du tausend Träume hast.“ von Barbara Sher ans Herz legen. Mit hat es seinerzeit sehr geholfen.
Richtig. Und seit ich das Buch gelesen habe, führe ich ein Projektbuch. Um alle Ideen zu würdigen und mir sicher sein zu können: Ich vergesse diese brillante Sache nicht. Und dennoch: Ein paar Dinge bleiben. Diesen Kern zu ergründen, finde ich sehr, sehr spannend. Wie ist das bei dir? Ich wette, es gibt ein paar Kernelemente, die bei allen Projekten mitwirken durften, oder?
Ich sammel auch sehr sehr viel. Links. Screenshots. Anregungen, Ideen. Da kommt einiges zusammen. Die Elemente, die meistens dabei sind, sind Kreativität, Menschen zusammen bringen und manchmal auch schreiben.
Interessant, liebe Monika. Mein Mann sagte neulich noch zu mir, irgendwann langweilen dich die Dinge. Stimmt. Was ich zu lange mache, langweilt mich. Und ich kenne auch dieses Gefühl, in nichts richtig gut zu sein. Dein Text macht mich nachdenklich. Danke dafür.