Februar Quo Vadis?

Das hier ist ein Beitrag zum Projekt 28 Tage Content von Anna Koschinski

Ich nehme an dem Projekt teil, weil ich mich schon mein Leben lang mit dem Schreiben beschäftige und es auch beruflich sehr lange eingesetzt habe, aber in letzter Zeit, einfach nichts mehr zu Papier; oder zu Tastatur bringen konnte. Zunächst dachte ich, es ist eine klassische Schreibblockade, aber vielleicht steckt etwas ganz anderes dahinter. Umso besser, dass es dieses Projekt gibt und ich jetzt eventuell schreibend herausfinde, warum das mit dem Schreiben nicht mehr klappt.

Das Thema Schreiben und Bücher wird mir seit Wochen und Monaten zaunpfahlwinkmäßig immer wieder um die Ohren gehauen. Sei es, dass es in meiner Mastodontimeline vorkommt oder in einer Netflixserie oder dass irgendwo ein Prompt fürs Journaling vorgeschlagen wird. Und von der Theorie her, weiß ich das alles auch. Oder besser vom Kopf her, aber irgendwie ist es nicht in meine Finger gelangt. Ein paar Mal habe ich in meiner Detoxzeit im September Journaling probiert oder Morgenseiten. Aber meistens habe ich nur aufgeschrieben, was das denn soll und dass mir nichts einfällt. Außerdem habe ich für die drei Seiten knapp 45 Minuten gebraucht und das war vor dem Frühstück keine gute Idee.

Die Schreibzeit für das Projekt wird jedenfalls nach dem Frühstück liegen. Das steht schon mal fest!

In der gestrigen Zielfestlegung habe ich so ganz unSMART festgelegt, dass ich meine Schreibblockade auflösen möchte und eine Routine kreieren werde, die es mir erlaubt, regelmäßig zu schreiben. Für viele ist das zu vage oder zu schwammig. Für mich wäre es ein großer Schritt.

Bei der Aufwärmübung habe ich bereits gemerkt, dass mir die Tatsache hilft, dass ich hier eine gewisse Verbindlichkeit eingegangen bin. Ich habe mich dazu entschlossen. Ich habe mich angemeldet. Es gibt die Projektleiterin. Es gibt andere Teilnehmerinnen. Und so fühle ich mich verpflichtet, etwas zu schreiben. Das hat schon mal gewirkt.

Aber ich schweife ab. Es geht heute um die Frage an den Februar: Quo Vadis? Wo soll es hingehen im Februar? Vielleicht ist dieser Februar 2026 ein Schlüsselmoment. Wünsche hätte ich viele an den Februar. Aber auch Fragen. Auch wenn ich die Fragen bereits länger mit mir herumschleppe: Wie soll es weiter gehen? Werde ich jemals wieder fit werden? Womit werde ich in Zukunft mein Geld verdienen? Wir die leidige Erbangelegenheit bald beendet sein? Soll ich wirklich ein Buchprojekt wagen? Mit welchem Projekt soll ich anfangen?

Zur Beantwortung einiger Fragen braucht es eine Glaskugel. Aber in dem heutigen Impuls stand auch, dass ich mir die Frage genauer anschauen soll. Es geht nicht um die Antwort sondern darum, warum ich diese Frage frage. Und wenn ich mir meine Fragen so anschaue, dann zeigt es ganz klar, dass ich gerade in einem Vakuum bin und nicht so richtig weiß, wohin mit mir. So viel ist passiert in den letzten zwei Jahren. Vieles davon ist unbearbeitet, unverarbeitet, ungelöst. Vielleicht darf ich das jetzt alles schreibend erkunden und eine Richtung herausfinden.

In dem ersten Treffen und auch außerhalb des Treffens sind heute bereits so viele schöne Impulse zu mir gekommen. Da war der Vorschlag, dass ich gar nicht schreiben muss. Stimmt! Ich könnte es sprechen. Oder tanzen. Einen Podcast machen oder einen Vlog.

Dann war da noch der Hinweis, dass Schreiben nicht nur tippen ist sondern auch planen, strukturieren, recherchieren… Und reflektieren. Vieles schreibt sich erst aus der Rückschau. Aber zur Rückschau braucht es Muße. Wenn aber jeden Tag immer noch etwas passiert, dann ist es schwer, zurück zu schauen, zu strukturieren oder zu planen. Dann heißt es immer nur reagieren und das Schlimmste verhindern. Dann sieht man leicht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Ein weiteres sehr schönes Bild war heute der Gedanke, dass der Tisch reich gedeckt ist und ich mich bedienen kann. Ich kann mir auflegen. Ich kann probieren. Ich kann goustieren. Ich kann auswählen. Ich kann schlemmen. Ich kann verschlingen. Ich kann genießen. Ich kann neues kennen lernen und anderes ablehnen.

Also lieber Februar: Was steht denn auf Deiner Speisekarte? Aus was darf ich denn wählen und mir ein Menu zusammen stellen? Wie viele Gänge werden es denn? Mit Weinbegleitung oder ohne? Wie war das in dem Märchen? Stand da nicht der reich gedeckte Tisch plötzlich mitten im Wald?

Dann werde ich diesen Monat also mitten im Wald an einem reich gedeckten Tisch Platz nehmen und mir ein paar leckere Häppchen raussuchen. Ich freue mich schon sehr.

8 Gedanken zu „Februar Quo Vadis?“

  1. Liebe Monika,
    danke, dass du die offenen Fragen in diesen Text gepackt hast – ich glaub, ganz vielen Leuten geht es so. Wie lange dauert die Krise? Wann kommt das nächste Unheil um die Ecke? Wie löse ich diesen Zustand auf, in dem ich mich so verloren und unproduktiv fühle? Ich habe die Idee: Indem du darüber schreibst, verändert sich schon etwas. Nein, es werden sich im Februar nicht alle Probleme lösen und Baustellen beenden lassen. Aber ich bin mir sicher: Wir werden uns eine neue Sicht darauf erschreiben. Und ich freu mich, dass ich dich ein kleines Stück dabei begleiten darf.

    Anna

    PS: Ich mag sehr, wie du schreibst! Warum habe ich das nicht vorher entdeckt? 🙂

    1. Ganz lieben Dank für Deine Rückmeldung. Und danke für Dein Projekt 28TageContent. Das ist genau das, was ich gerade brauche. Und warum Du mich vorher nicht entdeckt hast, liegt wohl daran, dass ich jahrelang nichts geschrieben habe 🤷🏽‍♀️

  2. Liebe Monika,
    wie schön du deine Gedanken und dein Ringen mit dem Schreiben in Worte gefasst hast!
    Dein Text wirkt ehrlich, lebendig und nah — ich spüre richtig, wie sich da etwas in Bewegung setzt. Besonders das Bild vom gedeckten Tisch hat mir gefallen: so ein liebevoller, einladender Gedanke, der Lust macht, sich auszuprobieren und Neues zu entdecken.
    Ich wünsche dir, dass der Februar dir genau die Inspiration schenkt, nach der du suchst – und dass das Schreiben wieder mit Freude in deine Finger zurückkehrt.
    Kathy von Ideengeysir

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