Um Quais und Gerasa

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Etwa zwei Autostunden von Amman entfernt liegt Um Quais auch Umm Qays oder Gadara genannt.

Autofahren in Jordanien ist zwischendurch abenteuerlich. Die Straßen haben drei bis fünf Spuren, je nach Bedarf und Mut der Fahrer. Hupen ist ganz wichtig und wird viel praktiziert. Witzigerweise gibt es in Amman kaum Ampeln. Der Verkehr fließt und fließt – nahezu Tag und Nacht. Wir haben nur einen Fahrradfahrer bisher gesehen und Fußgänger gibt es kaum. Durch die fehlenden Ampeln ist es unmöglich, die Straßenseite zu wechseln. Als Fußgänger muss man daher große Umwege zu Unterführungen in Kauf nehmen. In den Kreisverkehren kommt es zu chaotischen Szenen, aber irgendwie regelt es sich alles. Ab und zu regelt auch ein Verkehrspolizist den Verkehr…

Um Quais liegt im Norden von Jordanien direkt an der Grenze zu Israel und Syrien. Also genau in der Gegend, für die es eine Reisewarnung gibt. Auf der Hinfahrt wurden wir mehrmals von der Polizei gestoppt und kontrolliert, aber es lief immer sehr gelassen und nett ab. Wir mussten nie unsere Ausweise zeigen. Im Grenzgebiet haben wir weniger bewaffnete Wachposten gesehen als in Amman.

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Die alte Siedlung mit Überresten eines römischen Theaters ist zur Zeit menschenleer. Außer uns gab es nur wenige Touristen. Beeindruckend ist das Westtheater und der Ausblick auf den See Gemezareth.  Das Gelände ist sehr groß und es gibt Hinweise auf andere Zeiten mit mehr Besuchern. Ein einziges Restaurant hat geöffnet und es gibt ein Museum, ansonsten sind alle Läden und Einrichtungen geschlossen. Auch hier haben wir wieder von Mitarbeitern und anderen Besuchern “welcome to Jordan” gehört. Der Eintritt kostet drei D pro Person. Guides bieten ihre Dienste in verschiedenen Sprachen an. Am Eingang gibt es ein paar Verkaufsstände für Hüte und Souvenirs und einige kreative Lebenskünstler. Achtung: Foto free! heißt, dass trotzdem eine Dienstleistung verkauft und der Preis dafür eingetrieben wird.

Von der nördlichen Grenze sind wir etwa eine Stunde nach Gerasa oder Jarash gefahren. Hier haben wir im Artemisrestaurant gegessen, was sehr gut auf Touristen eingestellt ist. Busseweise komen die Leute hier hin und die Kellner sprechen etliche Sprachen. Hier war das Essen schon teurer – 12.000 D für das traditionelle Buffett.

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Der Eintritt für den drei Kilometer langen Rundgang der alten Römerstadt kostet acht D. Leider geht man hier recht respektlos mit der Sehenswürdigkeit um. Zunächst schleust man die Touristen durch eine Art Bazar mit überteuertem Kram und dann ist das Gelände voller Müll. Verkaufsstände aus früheren Zeiten oder für Festivals stören das Gesamtbild und Ruinenteile werden als Halterungen für Zelte benutzt. Im Südtheater spielen Musiker schottische Stücke auf Dudelsack und snaredrum gegen Trinkgeld und die Klofrau verlangt eindringlich Geld! Hier würde ich mir seitens der Touristenbüros etwas mehr Fingerspitzengefühl wünschen. Personal und Mitarbeiter gibt es auch hier wieder genug.

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Trotzdem hätte ich hier gerne mehr Zeit verbracht, weil die Stadt doch teilweise sehr gut erhalten ist und einen imposanten Eindruck vermittelt.

Von Jarash ist man in vierzig Autominuten wieder in Amman. Ein Mietauto plus Fahrer inklusive Benzin ist bereits ab 100 D pro Tag zu haben.

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Am Abend waren wir noch im Bazar ‘no money’. Hier gibt es jordanisches Kunsthandwerk in Hülle und Fülle und in einer Üppigkeit, die an 1001 Nacht erinnert. Feinste Handarbeiten kann man hier zu vernünftigen Preisen erwerben.

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Zum Abschluss waren wir noch in einem Restaurant zwei Häuser weiter, von dem wir nicht sagen können, wie es heißt, weil alles arabisch beschriftet war. Das einzige, was wir verstanden haben, war, dass es 24 Stunden am Tag geöffnet hat. Das Essen war sehr gut. Es gab ofenfrisches Brot, was ständig an die Tische verteilt wurde und hat 8 D für uns beide gekostet.

#jor14

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