Gut abgeschnitten. Das ist schon Mal zweideutig. Einmal kann man bei einem Test gut abschneiden. Also im Sinne von „gut gemacht“. Und dann kann man richtig etwas schneiden. Mit einem scharfen Werkzeug. Und wenn man das gut macht, hat man auch gut abgeschnitten.
Bei einer Klassenarbeit, einem Wettkampf, einer Prüfung, einem Examen usw. kann man gut abschneiden, wenn man im oberen Notenbereich liegt. Wahrscheinlich eins oder zwei. Eine drei würde ich da nicht mehr zu zählen. Aber vielleicht bin ich zu ehrgeizig. Ich wollte immer gute Noten haben. Und bei einer drei war ich unzufrieden. Im Studium habe ich einmal eine fünf geschrieben und war am Boden zerstört. Mein Bruder meinte, das hätte ich mal nötig gehabt. Das Fach habe ich dann abgewählt.
Ansonsten bin ich nicht gut im Abschneiden. Gurken oder Brot werden bei mir immer schief. Ich weiß nicht woran das liegt. Vielleicht weil ich Kurzsichtig bin. Oder ich benutze die falsche Technik. Jedenfalls bekomme ich es nicht richtig hin. Meine Mutter hat das Brot noch mit einem riesigen Messer an die Brust geklemmt zum Körper hin abgeschnitten. Kennt Ihr das noch? Es sieht super gefährlich aus. Aber es war wohl eine alte Technik. Und das Brot war immer perfekt geschnitten. Gleichmäßig und gerade. Für die Gurken habe ich eine uralte Gurkenreibe, die immer noch super scharf ist. Nach sechzig oder mehr Jahren. So etwas kann man heute gar nicht mehr kaufen. Gut abschneiden muss man auch andere Leckereien wie Carpaccio. Das muss ja super dünn sein. Oder Kuchen. Jedes Stück soll gleich groß sein.
Oder Gras schneiden. Habt Ihr schon mal versucht mit einer Sense zu arbeiten? Ich finde es sieht super schön aus. Wie eine Choreographie. Und das Geräusch ist auch so schön. Dieses gleichmäßige ‚wusch‘. Und das Gras ist danach ebenmäßig abgeschnitten. Vielleicht sind die alten Techniken doch gut.
Eine Seite kann auch mitten im Satz abgeschn