Kleidung ändern

In der Grundschule habe ich ab der zweiten Klasse das Fach ‚Handarbeiten‘ gehabt. Wir haben alle Basics gelernt. Meistens spielerisch – wie eine Socke, die dann nachher ein Dackel wurde – oft aber auch praktisch, wie ein Turnbeutel. Ja. Gab es damals. Ich habe also genäht, gestrickt, gestickt und solche coolen Sachen gelernt wie die ‚Briefecke‘.

In meinem Leben habe ich deshalb angenommen, dass alle die gleiche Erfahrung gemacht haben und in der Lage sind, diese Basistechniken anzuwenden. Wenn mir ein Knopf abfällt, kann ich ihn wieder annähen. Eine aufgetrennte Naht, wird wieder geschlossen. Einen Saum kann ich kürzen und vieles mehr.

Umso erstaunter war ich, dass ich vor etwa einem Jahr von einer Freundin erfahren habe, dass sie das nie gelernt hat. Und sie hatte eine Farb- und Stilberatung gemacht. Im Zuge dessen hatte sie gelernt, dass es Änderungsschneidereien gibt. Also, wenn sie jetzt etwas kauft, was zu lang ist oder zu weit, dann weiß sie jetzt, dass sie das ändern lassen kann.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich das alles gelernt habe und anwenden kann.

Wir gehen sehr gerne bei Humana Eesti einkaufen. Die Kleidung wird in der Stadt gesammelt, sortiert und in Geschäften, die über die Stadt verteilt sind, verkauft. Besonders gerne gehen wir zum Ein-Euro-Tag. Ja genau. An dem Tag kostet jedes Teil in dem Geschäft nur einen Euro. Und oft nehmen wir Sachen mit, die uns nicht gleich sofort passen. Und noch im Laden in der Umkleidekabine diskutieren wir, wie wir das Teil anpassen können. Da wird mal etwas aufgetrennt, mal etwas eingesetzt. Ich habe auch schon aus zwei Miniröcken einen Maxirock gemacht. Für 2 Euro kann man das ja mal probieren.

Ich mag die Humanaläden sehr, weil man dort nicht die neueste Mode bekommt, die mir meistens nicht gefällt und nicht passt. Ich freue mich über ausgefallene Stücke und mag es, sie aufzubereiten. Ich finde das auch eine nachhaltige Lösung, weil die Teile so mehrmals und lange benutzt werden und es nicht alle sechs Wochen eine neue Kollektion gibt. Und leider ist es auch oft so, dass die alten Kleidungsstücke heute noch halten, aber was ich letztes Jahr bei den großen Ketten gekauft habe, fällt jetzt auseinander oder der Stoff ist abgewetzt und fadenscheinig. Aber ein Teil von vor zig Jahren ist immer noch top in Schuss.

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