Kistenweise Fotos und DIAs

Ich habe angefangen alte Fotoalben und Kisten mit DIAs durchzuschauen. Ich entscheide, was ich behalten möchte und was weg kann. Es ist schon merkwürdig, wieviele Kartons so von einem Leben übrig bleiben. Voller Erinnerungen. Werden nach mir, irgendwelche Leute durch meine Festplatten oder Computer schauen und viele Fotos löschen? Werden sie andere behalten? Oder einzelne ausdrucken?

In Filmen sieht man oft Rückblicke von den Hauptfiguren. Dabei geht es immer um eine Kiste mit Fotos. Oder Alben. Niemals sieht man jemanden, wie sie sich durch Bilder an einem Bildschirm klickt. Die Erinnerung findet analog statt.

Aber ist das wirklich so? Ist das Gefühl bei einem digitalen Bild anders? Habe ich da weniger oder keine Erinnerungen? Werden sie da nicht wachgerüttelt?

Ich merke, dass ich durch Fotos überhaupt erst erinnert werde. Vieles habe ich vergessen. Erst das anschauen von den Werken, bringt die Erinnerung zurück. Und doch muss ich oft überlegen. Wo war das? Was war der Anlass?

Beim Durchschauen von dem Nachlass, weiß ich oft überhaupt nicht, was da auf den Bildern ist. Oder wer. Manchmal gibt es eine Jahreszahl auf der Rückseite. Das hilft beim Einordnen. Oder es ist da eine Ähnlichkeit. Und ich kann vermuten, welche Person da zu sehen ist. Aber ganz oft gibt es keine Verbindung. Diese Fotos sortiere ich aus. Aber kann man sie einfach so wegwerfen? Sollte man sie nicht doch noch aus irgendeinem Grund aufheben? Kleidung und andere Sachen kann man zu einem Sozialladen bringen.

Was macht man mit Bildern?

4 Gedanken zu „Kistenweise Fotos und DIAs“

  1. Liebe Monika,

    wenn mir mein Handy eine neue Bildersammlung vorschlägt, katapultiert es mich oft zurück an diese Orte, in dieses Gefühl, in diese Zeit. Auch Bildschirmbilder wirken, finde ich. Und ja, sie erinnern an Dinge, die irgendwo tief hinten im Gehirn abgelegt sind. Es braucht nur dieses Bild oder eine Erzählung, manchmal einen Geruch.

    Mein Vater hat Papierbilder digitalisiert. Das finde ich gut, ich kann sie alle mitnehmen.

    Und diese Bilder in den silbernen Rahmen, die ich tief unten in der Schublade gefunden habe mit den Personen, dich ich nicht kenne. Spannend, dass du auch solche Bilder hast.

    Ich finde, das Loslassen kommt, wenn es Zeit dafür ist. Für Kleidung, Gegenstände, Fotos. Wohin auch immer ihr Weg dann geht.

    1. Stimmt. Geruch ist ja auch noch so ein Erinnerungskatalysator. lch weiß noch wie meine Grundschule nach Bohnerwachs roch.

      Dass Dein Vater alles digitalisiert hat, finde ich toll.

      Und es ist wirklich schade, oft nicht zu wissen, wer das ist. Und nachfragen kann ich leider nicht mehr.

      Vieles ist schon weg, aber die Kisten mit Fotoalben und Dias, die sind noch da. Ich finde es schwieriger Fotos auszusortieren, als Kleidung oder Küchenutensilien. Obwohl auch manch ein Kleidungsstück sehr starke Erinnerungen hervorbringen kann. Auch ein Küchenteil. Da werden dann auch die Geschmacksnerven sofort aktiv.

  2. Eine gute Frage. Ich habe keine Nachkommen. Wen interessieren also meine Bilder? Und würde sie überhaupt jemand digital finden. Außer denen, die auf Flickr und Co zu finden sind?
    Ein wenig macht es traurig, dass so viele schöne Erinnerungen verschwinden. Aber die in meinem Kopf tun es auch.
    So sind die Fotos jetzt für mich ein schöner Rückblick und Gedankenstütze. Sie sind Teil meines erweiterten Gedächtnisses, dessen zentraler Teil sowieso schon Lücken hat.
    Und Fotos in der Hand sind für uns vielleicht auch ein weiteres Zeichen für Vergangenes, weil wir noch mit Fotos auf „Papier“ aufgewachsen sind.

    1. Das ist genau das Schwierige. Ich bin die letzte in meiner Familie. Wem soll ich die Papierbilder hinterlassen?

      Und mein Kopf vergisst halt leider in letzte Zeit sehr viel. Stichwort Brainfog. Da sind Dinge, die mich an etwas erinnern, sehr hilfreich. ‚Erweitertes Gedächtnis‘ finde ich schön.

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