Über Mut

Heute geht es darum, wann ich in meinem Leben mutig war.

Da gibt es ziemlich viele Beispiele:

Dass ich einen PR-Job beim Zirkus angenommen habe, obwohl ich keine Erfahrung damit hatte. Und einen Wohnwagen und eine Anhängerkupplung musste ich mir auch erst anschaffen.

Oder wie ich später diesen Wohnwagen angehangen habe und damit nach Finnland ausgewandert bin.

Oder wie ich nach nur wenigen Wochen Kennenlernzeit meinen festen Arbeitsplatz gekündigt habe, um zu meiner neuen Liebe zu ziehen.

Wie ich nach Jahren im Arbeitsleben noch mal an die Uni, zum Studieren gegangen bin.

Wie wir nach Österreich ausgewandert sind.

Und wie wir nach einigen Jahren in Österreich alles verschenkt haben und ohne festen Wohnsitz als digitale Nomaden auf die Walz gegangen sind.

Oder dass ich 2007 mein erstes Barcamp besucht habe, ohne zu wissen, was das ist und was man da macht.

Wie wir einfach mal ein Barcamp auf einer Almhütte organisiert haben.

Wie ich meinen Geburtstag als Barcamp gefeiert habe.

Wie wir uns immer neue Businessideen ausgedacht haben und Jobs erschaffen haben, die es davor gar nicht gab.

Dass wir erneut ausgewandert sind und jetzt in Estland leben.

Die Liste könnte ich weiter fortsetzen, wenn ich länger darüber nachdenke. Und dann gibt es noch viele kleine Dinge, die man im Alltag so macht. Zum Beispiel als Neuzugezogene an die Türen der Nachbarn klopfen und sie zu einer Einweihungsparty einladen. Estnisch Unterricht nehmen. Zu einer Veranstaltung gehen, bei der man niemanden kennt und bei der man die Sprache nicht versteht. Ein Projekt für das Stadtviertel einreichen. Tomaten auf dem Balkon in Tallinn anbauen. Auch da gäbe es eine längere Liste.

In meinem bisherigen Leben war ich sehr oft schon ziemlich mutig.

Und dann gibt es immer wieder diese Situationen, in denen andere mir sagen, dass sie das mutig finden und das ist für mich eventuell gar nicht mutig. Wie zum Beispiel ohne eine Idealfigur zu haben, im Minirock herum zu laufen. Oder ein rotes Kleid zu tragen. Lange graue Haare offen zu tragen. Oft sind es Frauen, die mir dann sagen, dass sie sich nicht trauen würden und mich mutig finden.

Und falls Du gerade etwas Mut brauchst. Schau doch mal hier: Mutpost.

Was bedeutet Mut für Dich?

1 Gedanke zu „Über Mut“

  1. Was bedeutet Mut für mich? Ehrlich gesagt, darüber habe ich noch nicht mal nachgedacht.
    Spontan würde ich meinen, Mut ist für mich, wenn man mehr oder weniger bewusst ein Risiko eingeht, dessen „Schadenspotentials“ für sich selbst man sich einigermaßen bewusst ist. Sich von überholten Konventionen zu verabschieden gehört da leider auch irgendwie dazu.
    So betrachtet empfinde ich viele Dinge in deiner Liste schon als mutig. Besonders aber beeindruckt mich die Bereitschaft die Lebensverhältnisse (Wohnsitz, Länder, digitale Nomaden) so rigoros zu verändern.

    Ich sehe mich selbst ja eher so als Jemanden, der einfach so bestimmte Dinge macht, weil sie als richtig angenommen werden, ohne jedoch dabei unüberlegt oder leichtsinnig zu sein.
    Veränderungen gab es bei mir auch reichlich, gesellschaftliche Veränderungen, viele Umzüge, Jobwechsel, Krankheit.
    Aber war etwas davon mutig? Eher mit Bedacht oder von außen initiiert, entweder um die eigene Familie abzusichern oder weil die Entwicklung stagnierte oder es einfach so kam.
    Vielleicht steckt sogar in einigen Entscheidungen meines Lebens Mut drin und ich habe es nur nicht gemerkt.
    Egal, ich bin trotzdem zufrieden.

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