Bloggerrelations Arbeitskreis

Eine Gruppe von Bloggern und Unternehmen hat sich im Joanneumsviertel getroffen, um gemeinsam zu erarbeiten, was sich Blogger von Unternehmen im Bezug auf Bloggerrelations wünschen und umgekehrt.

Inhalt

Bloggerrelations Arbeitskreis Graz

Im schattigen Innenhof vom Joan wurde trotz großer Hitze und lockendem Badesee folgendes zum Thema erarbeitet:

Was sich Blogger von Unternehmen wünschen:

  • Blog lesen und den Blogger kennen
    Das mindeste, was ein Unternehmen tun kann ist, sich den Blog und den Blogger anschauen. Die Seite aufrufen, ein paar Blogposts anschauen (lesen) und die „über mich“-Seite aufrufen.
  • Nicht mit Komplimenten überschütten
    Die typischen Erstkontaktmails mit „ich habe Ihren Blog gefunden und finde ihn ganz toll“, kommen nicht gut an. Denn es bedeutet eigentlich, dass derjenige sich den Blog gar nicht angeschaut hat. Personalisierte und detaillierte Anschreiben “ Dein Artikel über das Fotografieren auf Rockkonzerten fand ich sehr interessant“ sind da schon besser. So hat der Blogger das Gefühl, wahrgenommen zu werden.
  • Den Blog als Medium wahrnehmen und nicht als reinen Werbekanal verstehen.
    Falls der Blog nicht voller Werbung ist, sollte man sich hüten, ungefragt Produkte zu schicken und zu erwarten, dass der Blogger sie ihn den höchsten Tönen loben wird.
  • Akkreditierung
    Auch wenn es noch keinen Bloggerausweis gibt, freuen sich Blogger sehr, wenn sie zu Veranstaltungen zugelassen werden und wie Journalisten agieren dürfen. Das beinhaltet auch, Interviews oder exklusive Fotos
  • Vorabinformationen
    Auch Blogger freuen sich über Informationen im Vorfeld – wahrscheinlich nicht als gedruckte Pressemappe, aber das sollte man besser mit dem Blogger klären, wie er es denn gerne hätte.
  • Auf Augenhöhe kommunizieren
    Der Blogger möchte wie ein ganz normaler Mensch behandelt werden, nicht auf ein Podest gehoben und nicht als Schreibsklave betrachtet werden. Er ist ein Mensch wie Du und ich.
  • Meinung und feed back akzeptieren
    Blogger haben eine eigene Meinung und die äußern sie nun einmal gerne. In den allermeisten Fällen kritisieren sie konstruktiv oder geben ihre eigene persönliche Meinung wieder, nicht die eines Verlags. Dies sollte man akzeptieren und das feed back annehmen, weil es meist wertvolle Informationen beinhaltet.
  • Was braucht der Blogger?
    Unternehmen sollen Blogger ruhig fragen, was sie brauchen? Die Wünsche sind nicht abgehoben, aber das Unternehmen kommt vielleicht nicht von selber drauf, weil es die Art der Arbeit nicht kennt und die bisherigen bekannten Dinge, mit denen man Journalisten glücklich machen kann bei Bloggern vielleicht nicht ankommen, weil sie ganz andere Bedürfnisse haben.
  • Junge Blogger genau so ernst nehmen wie ältere
    Nur, weil der Blogger jung ist, heißt es nicht, dass der Blog keine Reichweite hat oder der Blogger keine Expertise. Hier hilft es, ein paar Blogposts und Kommentare zu lesen. Dann kann man sich meistens schon ein Bild machen.
  • Ansprechpartner mit Tel und email
    Eine oder mehrere Personen im Unternehmen, die wirklich auf den angegeben Kanälen erreichbar sind und auf Fragen antworten oder sich zurückmelden, wären fein.
  • Spezielle Bloggerevents
    Blogger möchten zwar gleichbehandelt werden wie Journalisten, aber trotzdem bietet es sich oft an, ein spezielles auf die Bedürfnisse von Bloggern zugeschnittenes Event anzubieten. Journalisten können vielleicht nur den Anfang eines Konzertes miterleben, weil sie einen Redaktionsschluss haben, aber der Blogger kann das gesamte Konzert erleben und möchte vielleicht auch Eindrücke hinter den Kulissen sammeln.
  • Extrawünsche respektieren
    Wenn Blogger Extrawünsche äußern dann tun sie das, weil es ihnen die Arbeit erleichtert und nicht, weil sie Diven sind. Wenn die Wünsche nicht erfüllbar sind, dann einfach darüber reden und sagen, warum es micht geht und gemeinsam nach Alternativen suchen.
  • Win Win Situation herstellen
    Am besten verlaufen Bloggerrelations, wenn alle zufrieden sind: Unternehmen, Agentur, Leser und Blogger. Eine gewisse Servicebereitschaft sollte dies ermöglichen.
  • Blogartikel lesen und kommentieren
    Hat der Blogger seinen Blogpost geschrieben und auf facebook und twitter verbreitet, dann sollte man ihn auch lesen und kommentieren. Weiterverbreiten als retweet oder teilen bei facebook sind auch schön.
  • Langfristige Beziehung/Zusammenarbeit anstreben
    Eine einmalige Aktion muss nicht einmalig bleiben. Besser ist es, den Blogger auch mal persönlich kennen zu lernen und mit ihm abzusprechen, was er sich für die Zukunft wünscht. Über welche Themen/Produkte möchte er wie informiert werden? Hat er einen Traum, über was er schon immer mal bloggen wollte?

Bloggerrelations Arbeitskreis Graz

Was sich Unternehmen von Bloggern wünschen:

  • Kooperationsbereitschaft signalisieren
    Irgendwo auf dem Blog – am besten unter „Kontakt“ oder „über mich“ sollte stehen, ob und wie der Blogger mit Unternehmen kooperieren möchte.
  • Mediadaten bereit stellen (Vorlage) unter Kontakte
    Einige Daten, kompakt aufbereitet helfen Unternehmen sehr, sich ein Bild über den Blogger zu machen und zu entscheiden, ob eine Zusammenarbeit in Frage kommt.
  • Was will der Blogger?
    Eine kurze Darstellung, wie sich der Blogger eine Kooperation vorstellt, ist von Vorteil. Möchte er Produkte, Testmuster oder auf Events eingeladen werden. Gibt es Beispiele von bisherigen Kooperationen?
  • Was ist der Brotberuf?
    Was macht der Blogger sonst? Hat er einen Beruf, bei dem er an gewisse Arbeitszeiten gebunden ist, dann kann ich ihn wohl nicht zu diesen Zeiten zu einem Event einladen. Vielleicht kann er nur an den Wochenenden, abends oder in den Schulferien.
  • Toleranz und Nachsicht
    Wenn sich Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit Bloggern zum ersten Mal einlassen, dann sollte eine gewisse Geduld seitens des Bloggers aufgebracht werden. Aller Anfang ist schwer und eventuelle Missstände oder Missverständnisse lassen sich durch ein Gespräch sicher aus der Welt schaffen.
  • Proaktiv berichten und feedback
    Der Blogger sollte proaktiv eine Zusammenfassung seiner sämtlichen Aktivitäten rund um die Kooperation zusammen fassen und dem Unternehmen auf dem gewünschten Weg zukommen lassen.

Bloggerrelations Arbeitskreis Graz

Eine kurze Vorlage für das Mediakit:

  • Worum geht es in diesem Blog?
  • Wie heißt der Blog und was ist das Thema?
  • Dein Blog in einem Satz
    Eine kurze Zusammenfassung in ein zwei Sätzen oder 140 Zeichen, damit das suchende Unternehmen sofort weiß, worum geht es hier.
  • Wen möchte ich mit meinem Blog erreichen?
    Falls die Zielgruppe bekannt ist, kann man es hier äußern ansonsten beschreibt man halt seine Wunschleser.
  • Themenschwerpunkte
    Welche Themen werden behandelt? Als Stichworte oder Tags auflisten.
  • Wünsche
    Was wünsche ich mir von Unternehmen? Welche Form der Kontaktaufnahme? Welche Kooperation? Testmuster, Produkte, Gewinnspiele, Events?
  • Interesse/ Desinteresse
    Welche Themen interessieren mich und welche überhaupt nicht. Was ist absolutes no-go.
  • Reichweite
    Wieviele Leser erreiche ich mit meinem Blog? Hier die Zahlen aktuell halten.
    Wo findet man mich noch? Mit Erklärung
    Bin ich auch auf twitter, instagram, Pinterest und facebook? Und was ist dort mein Schwerpunkt, mein Thema? Betreibe ich noch andere Blogs? Oder schreibe ich bei anderen Blogs mit.
  • Brotjob?
    Was mache ich hauptberuflich und wie ist meine Zeiteinteilung.

Und hier noch zehn Tipps, für Unternehmen, die Bloggerrelations aufbauen möchten:

  1. Social Media Know-How aufbauen und Social Media User verstehen
    Wie ticken Blogger? Was treibt sie? Warum twittert jemand und was ist so faszinierend an googleplus? Laden Sie Blogger oder Social Media User in Ihr Unternehmen ein, belegen Sie einen Kurs oder befragen Sie Ihre Agentur.
  2. Recherche
    Machen Sie sich mit dem Blog, Bloginhalt und dem Blogger vertraut. Klicken sie ein paar Blogposts an, schauen Sie, welche Kategorien es gibt und lesen Sie die „über mich“ oder “ Kontakt“- Seite
  3. Erwartungshaltung
    Seien Sie sich klar darüber, was Sie genau von der Beziehung/Zusammenarbeit mit einem Blogger erwarten und kommunizieren Sie dies offen. Seien Sie ebenfalls offen für das feed back und die eigene Meinung des Bloggers.
  4. Kooperationsbereitschaft
    Zeigen Sie Servicebereitschaft und stellen Sie dem Blogger maßgeschneiderte Infos oder Services zur Verfügung. Fragen Sie ihn, was er braucht und was er gerne hätte.
  5. Funktionierende Kontaktmöglichkeit
    Geben Sie dem Blogger Auskunft über Ansprechpartner, mit denen er zusammen arbeiten kann, die also auch auf Emails und Anfragen antworten und geben Sie Telefonnummern heraus, bei denen auch jemand antwortet oder zurückruft. Bei Events sollte diese Person dann auch vor Ort sein und für Blogger zur Verfügung stehen. Richten Sie eventuell eine facebookgruppe ein oder erstellen Sie eine geschlossene Veranstaltung.
  6. Blogger als Medium wahrnehmen
    Ein Blog ist auch ein Medium, wie eine Zeitung, auch wenn er anders funktioniert. Blogger sind auch Influencer, Opinion Leader oder Multiplikatoren. Kommunizieren Sie deshalb auf Augenhöhe – alters-, geschlechts- und reichweitenunabhängig.
  7. Nachhaltige Kommunikation/Zusammenarbeit
    Bloggerrelations sind keine Eintagsfliege. Lernen Sie den Blogger persönlich kennen und finden Sie heraus, was er sich wünscht und wie die Zusammenarbeit in der Zukunft aussehen kann.
  8. Reaktion auf Posts
    Lesen Sie den Post und kommentieren Sie. Weisen Sie auf Ihrem eigenen Blog darauf hin und verlinken sie den Blogartikel. Twittern Sie den Link und teilen Sie ihn auf facebook.
  9. Akkreditierung
    Lassen Sie Blogger auf Ihre Veranstaltung, laden Sie sie zu Events ein und gewähren Sie ihnen Zutritt zu Ihrer Messe.
  10. Bloggerbedürfnisse berücksichtigen
    Planen Sie bei Events, Zeit zum Bloggen ein, stellen Sie Steckdosen und WLAN zur Verfügung. Bestimmen Sie einen hashtag und keywords. Und liefern Sie Informationen digital.

FAZIT:

Schaffen Sie eine WIN-WIN-Situation für alle Beteiligten: Unternehmen, Agenturen, Blogger und Leser

Bloggerrelations Arbeitskreis Graz

 

Nachtrag: Und wer noch viel mehr zu dem Thema wissen möchte, wird ganz sicher bei der Blogparade von Mike Schnoor fündig. Hier gibt es jede Menge Artikel zum Thema.

Danke

An das Universalmuseum Joanneum für die Einladung. An das Joan für den tollen Workshop-Innenhof.

An ViktoriaSarina, Artisamatteroftaste, Mymirrorworld, Provinzkindchen, Schneeengel, HDRMeurer, Coolhunting, Coolinarysociety, August P. Zurk, für die Mitarbeit

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