Gedanken zum Aberglauben

TuerkischesAuge

Bei Blogparaden kann ich ja schwer widerstehen… Zur Zeit gibt es eine zum Thema „Aberglaube“ im Museumsblog. Und dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.

Ich weiß ja genau, dass es Aberglaube ist, aber trotzdem kommt es in meinem Alltag ziemlich oft vor, dass ich mich an bestimmte Sprichwörter oder Redewendungen halte, die einen Funken Aberglauben beinhalten.

Wer kennt nicht den Spruch, dass ‚Salz verstreuen‘ Unglück bringt. Oder, dass man zehn Jahre Unglueck hat, wenn man einen Spiegel zerbricht. Und wenn einem dann tatsächlich ein Spiegel in tausend Stücke springt, denkt man doch einen Moment lang über diesen Spruch nach. Bringt das jetzt wirklich Unglück?

Oder eine Leiter? Und aufs Herz! Geht ihr ganz unbefangen drunter durch? Oder doch außen rum? Und habt Ihr ein mulmiges Gefühl, wenn eine Katze Euren Weg kreuzt? Und ist es egal, ob von links nach rechts? Oder rechts nach links?

Von meiner Ballettmeisterin habe ich den Spruch übernommen, dass man Schuhe nicht verkehrtherum aufstellen soll, weil dann der Tanz schief geht. Und das ertrage ich tatsächlich bis heute nicht, wenn jemand das macht. Auch von ihr habe ich, dass man auf der Bühne nicht essen und pfeifen soll…

Ganz arg war – als ich mal eine zeitlang im Zirkus gearbeitet habe – dass Aufspannen von einem Schirm im Zirkuszelt. Da verstand niemand von den Zirkusleuten Spaß. Dass Aufspannen vom Schirm soll eine Unwetterkatastrophe heraufbeschwören.

Ein weiterer Aberglaube ist „Schuhe auf dem Tisch geben Ärger“. Damit habe ich immer zu kämpfen, wenn ich eine meiner Handtaschen, die wirklich aus einem Schuh gefertigt ist, auf einem Tisch abstelle. Zumindest sagen mir das öfter mal andere Leute.

Freitag, der 13. macht mir hingegen gar nichts aus. Auch nicht das 13. Stockwerk oder eine Hotelzimmernummer mit 13.

Meine Eltern hatten immer im Auto eine Christopherusplakette, damit wir auf Reisen sicher ankommen.

Was ich schon immer mal ausprobieren wollte, aber noch nie gemacht habe, ist das räuchern in den Raunächten.

Über ein vierblättriges Kleeblatt freue ich mich schon und ein Hufeisen würde ich auch nie verkehrt herum aufhängen. Dafür kann man heutzutage keinen Schornsteinfeger mehr anfassen – die sind viel zu sauber. Als ich ein Kind war gab es diesen Spruch: „Eins, zwei, drei, vier. Das Glück gehört mir“. Wer das als erster sagte, wenn man einem Schornsteinfeger begegnete, dem war dann das Glück hold.

Und bei meiner Hochzeit hatte ich nichts blaues, geliehenes, oder gebrauchtes. Und die Ehe hält noch immer :-)

Dafür hängt aber das türkische Auge vom Bild oben bei uns über der Tür…

So ganz ohne geht es dann irgendwie doch nicht…

Comments are closed.